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Die 7 TodsündenBei den Sieben Todsünden handelt es sich um die Hauptsünden, die von der katholischen Kirche als besonders verwerflich eingeschätzt werden. So verlässt der Mensch laut katholischer Kirche durch diese schwerwiegenden Sündenarten die Gemeinschaft mit Gott mit vollem Willen.

Die Sieben Todsünden sind:

  1. Hochmut (lateinisch: superbia) bzw. Stolz, Übermut und Eitelkeit
  2. Habgier / Geiz (lateinisch: avaritia)
  3. Wollust (lateinisch: luxuria), worunter Begehren, Ausschweifungen und Genusssucht verstanden werden
  4. Zorn / Wut / Jähzorn (lateinisch: ira)
  5. Völlerei (lateinisch: gula), worunter Maßlosigkeit, Gefräßigkeit, aber auch Selbstsucht fallen
  6. Neid (lateinisch: invidia) wie Missgunst und Eifersucht
  7. Trägheit (lateinisch: acedia) bzw. Faulheit, Ignoranz und Feigheit

Sünden in der Bibel

Die Sünden des Menschen werden bereits in der Bibel erwähnt. Eine bestimmte Anzahl wie bei den Sieben Todsünden kennt sie jedoch nicht. Doch macht auch die Bibel klar, dass schwere Sünden das Seelenheil des Sünders gefährden.

Als schwere Sünden in der Bibel gelten:

  • Wutausbrüche
  • Trunkenheit
  • sexuelle Unmoral
  • Spiritismus
  • Götzendienst

Die Bibel spricht außerdem davon, dass Gott sechs Dinge verhasst, und sieben ihm ein Gräuel sind. Allerdings werden damit falsche Verhaltensweisen beschrieben, die sowohl in Worten als auch in Taten begangen werden können.

Die Todsünden

Nach der Lehre der Bibel führt jede Sünde zum Tod des Sünders. Der Mensch kann jedoch durch das Opfer von Jesus Christus von den Sünden sowie dem Tod erlöst werden.

Nicht abgedeckt davon ist aber die „Sünde, die zum Tod führt“. So sind die Sünden für die betroffene Person bereits derart selbstverständlich, dass sie nicht mehr bereit ist, ihre Haltung zu ändern.

Beurteilung der Sünden

Schwere Sünden bedürfen Voraussetzungen. So muss die Sünde gegen Gottes Zehn Gebote verstoßen (Beispiel: Mord, Ehebruch oder Abfall vom Glauben).

Die Sünde wird außerdem vom Sünder mit vollem Bewusstsein begangen. Das bedeutet, dass ihm das Ausmaß der Untat schon vorher klar ist.

Außerdem geschieht die Sünde mit freiem Willen.

Mit der Todsünde wendet sich der Sünder von der Sündenvergebung sowie von der Gemeinschaft mit Gott ab. Doch auch diese schweren Sünden können im Christentum vergeben werden. Um Vergebung zu erlangen, muss der Sünder seine Sünden bereuen und sich Gott wieder bewusst zuwenden.

Die Sieben Todsünden in der katholischen Kirche

Die Idee der Sieben Todsünden entstand nicht in der Bibel, sondern erst im 4. bis 5. Jahrhundert nach Christus.

So erstellte im 4. Jahrhundert der Mönch Evagrius Ponticus (345-399), der als Begründer der Achtlasterlehre gilt, eine Liste mit acht Hauptsünden.

Seine Liste wurde von dem asketischen Mönch Johannes Cassianus (um 365–435) übernommen.

Papst Gregor I. (540-604) änderte im 6. Jahrhundert die Liste um, sodass die Sieben Todsünden der römisch-katholischen Kirche (siehe oben) entstanden, also: Hochmut (lateinisch: superbia), Habgier / Geiz (lateinisch: avaritia), Wollust (lateinisch: luxuria), Jähzorn (lateinisch: ira), Völlerei (lateinisch: gula), Neid (lateinisch: invidia) und Faulheit (lateinisch: acedia).

Im Mittelalter galten diese schlechten Charaktereigenschaften als Hauptlaster. Die lateinischen Anfangsbuchstaben ergaben das Akronym „SALIGIA“.

Die Sieben Todsünden werden als Ursachen zahlreicher Tochtersünden angesehen und haben sowohl leichte als auch schwere Sünden zur Folge.

Weil die Hauptlaster der Ursprung der Sünden sind, tragen sie auch die Bezeichnung „Wurzelsünden“.

Während des Mittelalters ordnete die Kirche den Sieben Todsünden spezielle Dämonen zu. Besonders verbreitet sind die im 16. Jahrhundert entstandenen Zuordnungen des Weihbischofs Peter Binsfeld (1545-1598). So machte Binsfeld Luzifer (den Teufel) für den Hochmut, Mammon für den Geiz, Asmodeus für die Wollust, Beelzebub für die Völlerei, Leviathan für den Neid und Belphegor für die Faulheit verantwortlich.

Die Sieben Gaben des Heiligen Geistes

Den Sieben Todsünden stellt die Kirche aber auch die Sieben Gaben des Heiligen Geistes gegenüber. Sie bilden den Gegensatz zu den Hauptlastern. Bei ihnen handelt es sich um:

  • Weisheit
  • Einsicht
  • Rat
  • Erkenntnis
  • Stärke
  • Frömmigkeit
  • Gottesfurcht

Bedeutung der Sieben Todsünden

Im Mittelalter dienten die Sieben Todsünden als moralisches Regelwerk. Sie wurden als Wegweiser betrachtet, die dafür sorgen sollten, dass der Mensch bestimmte Hemmschwellen nicht übertrat.

Doch genau wie im Mittelalter sind die Sieben Todsünden auch in der heutigen Zeit nach wie vor anzutreffen.

Die katholische Kirche lehrt, dass die Todsünde den zweiten Tod, womit der unwiderruflich endgültige Tod gemeint ist, und das strafende Höllenfeuer zur Folge hat.

Nur durch vollkommene Reue oder das Bußsakrament kann der Sünder Vergebung erlangen. Dabei soll der Sünder den Wunsch äußern, das Bußsakrament sowie die Absolution zu empfangen. Die Reue muss aus Liebe zu Gott erfolgen. Im Rahmen der Beichte spricht der Priester als Vertreter der Kirche den Sünder durch göttliche Vollmacht von dessen Sünden frei, womit die Absolution erteilt wird.

Der Wandel der Sieben Todsünden im Laufe der Zeit

In der heutigen modernen Zeit gelten die Todsünden der Vergangenheit nicht mehr als Sünden, von denen die Gnade Gottes abhängt.

So kam es im Laufe der Jahrhunderte zu teilweise dramatischen Umbewertungen der menschlichen Verhaltensweisen.

Einige Todsünden werden mittlerweile sogar gesellschaftlich akzeptiert, was auf den gewaltigen Wandel von Moralvorstellungen und Werten zurückzuführen ist.

Zu einer neuen Bewertung der Laster in Richtung nützliche Eigenschaften oder auch Tugenden kam es zum ersten Mal während der Renaissance. So gelangte der italienische Philosoph Niccolo Machiavelli (1469-1527) zu der Ansicht, dass zahlreiche Laster der Grund für Wohlstand und Sicherheit waren.

Der amerikanische Wissenschaftler Lewis Mumford (1895-1990), meinte, dass im 19. und 20. Jahrhundert sämtliche Todsünden mit Ausnahme der Trägheit, durch die industrielle Revolution zu Tugenden umgewandelt wurden und sogar als Antriebskräfte der kapitalistischen Wirtschaftsordnung fungierten.

Die Sieben Todsünden stellten letztlich keine spirituellen Grenzverletzungen mehr dar, sondern stiegen zu bedeutenden psychosozialen Kräften der modernen Kultur auf. Durch sie wurden Märkte aufgebaut, wirtschaftliche oder soziale Eigenschaften geschaffen und der Fortschritt angetrieben.

Besonders betroffen davon sind die Todsünden Habgier, Geiz und Neid. Durch die Habgier trägt der Mensch so viel Kapital wie möglich zusammen, wodurch sich die Industrialisierung erst finanzieren ließ, aus dem Geiz wurde Sparsamkeit, während Neid zu einer der stärksten Triebfedern der Arbeitsgesellschaft mutierte.

Die Sieben Todsünden erfuhren also eine Umwandlung von antisozialen Verhaltensweisen hin zu nützlichen Eigenschaften, mit denen sie Positives bewirkten.

Der Versuch, die Laster durch staatliche Maßnahmen oder religiöse Gebote zu bekämpfen, ist hingegen in vieler Hinsicht gescheitert.

Die Sieben Todsünden in der Gegenwart

In der heutigen Zeit werden die Sünden der Bibel, sofern sie heute noch auffallen, nicht mehr als Todsünden, sondern als abweichendes Verhalten von der herrschenden Norm betrachtet. So stuft man sie als Defekte des Charakters oder krankhafte Verirrungen ein.

An die Stelle von religiöser Verdammung sind wissenschaftliche Erklärungsweisen getreten. Dabei wird das sündige Verhalten mit Problemen in der frühen Kindheit, mit der Familie, Traumatisierungen oder gesellschaftlicher Zurücksetzung erklärt, womit es sich zum Teil sogar entschuldigen lässt.

So wurde das Verhalten des Menschen zunehmend psychologisiert und therapeutisiert. Zum Beispiel trägt die Völlerei in der Gegenwart die Bezeichnung Fettleibigkeit oder Essstörung und lässt sich in speziellen Kliniken behandeln. Auch Sexsüchtige können behandelt werden und für träge Menschen stehen aufbauende Motivationskurse zur Verfügung.

Unter Trägheit wird das Verharren in Tatenlosigkeit verstanden.

Aber was sind die Gründe dafür?

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Dass Neid zu den häufigsten Todsünden gehört, ist bekannt. Doch aus welchen psychologischen Gründen entsteht er?

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Die Völlerei stellt nicht nur eine Todsünde für den menschlichen Geist dar, sondern auch für die Gesundheit.

Doch wie ist sie psychologisch zu erklären?

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Der Zorn gehört zu den Todsünden, die als besonders negativ angesehen werden.

Dabei kann die Wut auch positive Energie freisetzen.

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Unter Wollust wird ein unmäßiges sexuelles Verlangen verstanden, das über die Vernunft des Menschen siegt.

Wie ist das Entstehen der Todsünde zu erklären?

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Geiz und Habgier sind weit verbreitete Todsünden.

Doch welche Motive verbergen sich hinter ihnen?

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Der Hochmut wird zu den sieben Todsünden gezählt.

Doch wie lässt er sich psychologisch erklären?

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Trägheit, Faulheit, acedia
Bild: txking / Shutterstock.com

Bei der siebten und letzten Todsünde handelt es sich um die Trägheit.

Sie wird auch als Faulheit bezeichnet. Weiterlesen …

Neid
Bild: Photographee.eu / Shutterstock.com

Der Neid zählt zu den Sieben Todsünden.

Er wird aber auch als wichtige Triebfeder des Menschen betrachtet. Weiterlesen …

Todsünde Völlerei
Bild: Lightspring / Shutterstock.com

Die Völlerei stellt die fünfte der Sieben Todsünden dar.

Sie beinhaltet Gefräßigkeit und Maßlosigkeit.

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