Erkenntnis als Gabe des Heiligen Geistes

Erkenntnis / Verstand als Gabe des Heiligen Geistes
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Zu den sieben Gaben des Heiligen Geistes gehört die Gabe der Erkenntnis und des Verstandes.

Durch diese besondere Gabe erhält der Mensch die Möglichkeit zum Verständnis göttlicher Dinge.

Die Gabe von Erkenntnis und Verstand

Die Gabe der Erkenntnis und des Verstandes gilt als eine der wichtigsten der insgesamt sieben Gaben des Heiligen Geistes.

Sie ist von besonderer Bedeutung, weil der Mensch durch sie göttliche Schöpfungen wie die Schönheit der Natur erkennen kann.

Mit seinem Verstand, der eigentlich träge und langsam ist, erfasst er die Dinge Gottes.

Die Gabe der Erkenntnis lässt sich wie ein besonderes Licht betrachten, mit dem Gegenstände mit dem Verstand eingeordnet werden können.

So ist diese Gabe eine Tugend des Glaubens.

Doch wie werden Erkenntnis und Verstand überhaupt definiert?

Die Erkenntnis

Eine einheitliche Definition für die Erkenntnis gibt es nicht.

Sie gilt als Prozess und Resultat von Wissen, das durch Erfahrung und Einsicht zustande kommt.

Die Erkenntnis zählt zu den Grundbegriffen neuzeitlicher Philosophie.

Ohne Selbstbezug ist bei ihr keine Definition möglich.

Gewonnen wird das Verständnis durch Beispiele oder eine erklärende Begriffsanalyse.

Dabei beruht die Erkenntnis entweder auf direkt erworbenem Wissen oder auf indirekten Informationen.

Verstand

Der Verstand wird von der Philosophie als Möglichkeit zur Bildung von Begriffen sowie deren Verbindung mit Urteilen gesehen.

Zur maßgeblichen Prägung des Begriffes „Verstand“ trug der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) bei.

So stellte Kant dem Verstand oftmals die Vernunft entgegen.

Außerdem unterschied er ihn von der Wahrnehmung.

Der amerikanische Experimentalpsychologe Steven Pinker betrachtet den Verstand als Gelegenheit zur Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten, aus denen anschließend Schlüsse gezogen werden.

Erkenntnis und Verstand in der Religion

Eine besondere Rolle spielen Erkenntnis und Verstand in der Religion, was vor allem für die Christen gilt.

Das Christentum sieht in diesen Eigenschaften eine Gabe des Heiligen Geistes und beschreibt diese als Fähigkeit, Informationen zu sammeln und zu analysieren sowie Ideen zu entwickeln.

Verliehen wurde dem Menschen diese Eigenschaft durch Gott. Dabei nutzt er seine Fähigkeit zum Wohle der Gemeinde.

Merkmale der Gabe

Als typisches Merkmal der Gabe der Erkenntnis gelten schnelles Lernen und eine präzise Erinnerung an das Gelernte.

Außerdem hilft die Gabe dabei, die biblische Wahrheit zu erkennen und der Gemeinde optimal zu Diensten zu stehen.

Personen, die über die Gabe der Erkenntnis verfügen, sind tief mit der Heiligen Schrift verbunden und befassen sich intensiv mit ihr, um sie besser zu verstehen und zur Wahrheit zu gelangen.

Die Lehren aus der Erkenntnis werden zum praktischen Gebrauch verwendet.

Verhaltensweisen der Begabten

Wer mit der Gabe der Erkenntnis und des Verstandes ausgestattet ist, verhält sich fleißig, aufmerksam, wissbegierig und nachdenklich. Ferner zeigen sich die Begabten analytisch und lieben die Wahrheit.

Es wird aber auch davor gewarnt, zu stolz auf das erworbene Wissen zu sein. So verdanken die Menschen ihre Fähigkeiten letztlich Gott und sollen seine Botschaft an die Gemeinde weitergeben.

Verwandt ist die Gabe der Erkenntnis mit der Bildung und der Weisheit.

Sinn der Erkenntnis

Die Erkenntnis beschränkt sich nach christlicher Betrachtungsweise nicht nur auf das Wissen des Menschen, sondern lässt ihn außerdem begreifen, wie groß Gottes Liebe zu den Menschen und der gesamten Schöpfung ist.

In der Bibel wird dies in erster Linie in dem Buch Genesis erkennbar, wo immer wieder darauf hingewiesen wird, dass Gottes Schöpfung positiv und sehr gut war. So sieht Gott den Menschen als das Beste seiner Schöpfung an.

Durch die Gabe der Erkenntnis wird der Mensch in die Lage versetzt, diese Schöpfung ebenfalls als positiv zu betrachten und sie zu erhalten.

Häufig gilt die Gabe der Erkenntnis aber auch als Gabe des Wissens.

Schon im alten Griechenland forderte das Orakel von Delphi seine Besucher dazu auf, sich selbst zu erkennen.

Eine wichtige Eigenschaft der Erkenntnis ist, das Gesamte bzw. die Ganzheit des Menschen in der Welt zu sehen.

Allerdings gibt es auch Widersprüche. So war es in der Bibel den ersten Menschen, Adam und Eva, von Gott verboten worden, Früchte vom Baum der Erkenntnis zwischen Gut und Böse zu essen. So erfordert auch die Erkenntnis die richtige Balance.

Erkenntnis in der Wissenschaft

Auch die Wissenschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wege zur Erkenntnis zu erforschen. Sie umfasst Teilgebiete wie die Erkenntnistheorie sowie die Kognitionswissenschaften. So bedeutet Erkenntnis auf Latein „Cognitio“.

Die Erkenntnistheorie stellt eine Sparte der Philosophie dar. Sie befasst sich mit den Grenzen und den Prinzipien der Erkenntnis. Ferner will sie wissen, nach welchen Bedingungen die Erkenntnis entsteht.

Dagegen beschäftigt sich die Wissenschaftstheorie damit, welche Verfahren sich am besten für die wissenschaftliche Forschung zum Gewinnen der Erkenntnis eignen.

Für die Psychologie ist der Inhalt der Erkenntnis weniger wichtig. Sie widmet sich den Bedingungen und Mechanismen des Bewusstseins beim Streben nach Erkenntnis und wie sie sich auf den Menschen auswirken.