Rat als Gabe des Heiligen Geistes

Rat / Ratschlag als Gabe des Heiligen Geistes
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Die Gabe des Rates gehört zu den 7 Gaben des Heiligen Geistes.

Doch was wird unter Rat verstanden?

Der Rat als eine der sieben Gaben des Heiligen Geistes

Die 7 Gaben des Heiligen Geistes sind besondere Eigenschaften im Christentum, die der Mensch vom Heiligen Geist erhält.

Als dritte der sieben Gaben wird der Rat bezeichnet.

Doch was wird unter Rat oder Ratschlag überhaupt verstanden?

Der Ratschlag

Schon seit Anbeginn der Menschheit suchten einzelne Personen Rat bei anderen, um schwierige Entscheidungen möglichst sicher treffen zu können.

Sogar Fürsten, Könige, Kaiser und Päpste hörten auf die Empfehlungen ihrer Ratgeber.

In der heutigen Zeit kann keine Regierung und kein Wirtschaftsunternehmen mehr ohne Berater bestehen, wobei die Leistungen der Ratgeber eher unterschiedlich zu bewerten sind, denn Rat kann genauso gut wie schlecht ausfallen.

Der Ratschlag stellt normalerweise eine Empfehlung von unverbindlicher Natur dar.

Sehr unterschiedlich ist, von wem der Rat erteilt wird.

Im privaten Umfeld sind es meist Vertraute wie Angehörige oder Freunde.

Aber auch außenstehende Personen wie Mediziner, Finanzberater oder Steuerberater können wertvollen Rat erteilen.

Manche Menschen suchen sogar bei speziellen Lebensberatern, Esoterikern oder Wahrsagern Rat, um Hinweise für ihr weiteres Leben zu bekommen.

Bei Menschen mit geringem Selbstbewusstsein besteht das Risiko, dass sie ohne Beratung überhaupt keine sinnvollen Entscheidungen mehr treffen.

Ein Ratschlag ist also immer nur dann wertvoll, wenn er der Person, die beraten wird, auch nützt, ohne dass der Berater daraus eigene Vorteile zieht.

Meist löst der Rat das Problem nicht unmittelbar, führt aber zum ersten Schritt in Richtung Problemlösung.

Nicht selten wird zudem die Perspektive der Person, die zu beraten ist, aus einer anderen Situation heraus beleuchtet.

Manche Ratschläge wurden auch auf verschlüsselte Weise erteilt, wie beispielsweise durch ein Orakel. Dabei musste die zu beratene Person den Ratschlag richtig deuten, um daraus Nutzen ziehen zu können.

In der modernen Gegenwart erteilen auch TV-Sender, Internetseiten oder Zeitschriften Ratschläge in speziellen Rubriken.

Ebenso werden beratende Bücher zu den verschiedensten Lebenssituationen herausgebracht.

In der Politik gibt es Stadträte oder Gemeinderäte, die sich versammeln, um sich untereinander vor politischen Entscheidungen zu beraten.

Guter Rat ist oft teuer

Nach wie vor suchen die Menschen wertvolle Ratschläge, die ihnen im Leben weiterhelfen können, doch guter Rat ist bekanntlich teuer und nicht jeder Rat ist gut.

Was hat es nun mit dem Rat des Heiligen Geistes auf sich, der zu den 7 Gaben gehört?

Mit der Gabe des Rates befähigt der Heilige Geist den Menschen dazu, wichtige Entscheidungen im Sinne des Evangeliums von Jesus Christus zu treffen.

Mithilfe der Gabe des Rates lässt sich das Herz des Menschen durch Gott erleuchten.

Der Mensch versteht dadurch, wie er reden und handeln muss, um dem Weg Gottes zu folgen.

Im Matthäus-Evangelium spricht Jesus in der Aussendungsrede zu seinen Jüngern und sagt ihnen, dass sie sich keine Sorgen darüber machen sollen, über was sie zu reden haben. In der entscheidenden Stunde werden sie wissen, was sie zu sagen haben, weil dann der Geist Gottes durch sie spricht.

Das bedeutet, dass der Heilige Geist den benötigten Rat erteilt, sofern der Mensch ihm dafür den nötigen Raum lässt.

Der Mensch sollte also um den Rat bitten und offen für ihn sein.

Ein Ratschlag kann auch problematisch sein

Damit ein Rat sinnvoll ausfällt, darf der Person, die den Rat wünscht, nicht nach dem Mund geredet werden.

Gerade in der Arbeitswelt besteht das Problem darin, dass Mitarbeiter ihren Vorgesetzten loben, obwohl an dessen Verhalten nichts zu loben ist.

Die Ratgeber versprechen sich davon eigene Vorteile, was jedoch durchaus menschlich ist. So wird vor allem im Berufsleben Ehrlichkeit nur selten belohnt.

Aber auch im Privatleben können Ratschläge zu Problemen führen, wenn sie nicht ehrlich sind.

Gute Freunde sollten aber durchaus Kritik untereinander üben, wenn es angebracht ist.

Allerdings lässt sich das nicht immer einhalten, weil die meisten Menschen lieber lobende als kritische Worte hören.

Guter Ratschlag darf sich aber nicht auf Schönreden beschränken.

In früheren Zeiten diente Rat dazu, zu belehren und zu schützen. Er war in erster Linie als Fürsorge gedacht.

Manchmal ist guter Rat schmerzhaft

Ein guter Ratschlag soll den Menschen weiterbringen und ihm helfen, seine Probleme in den Griff zu bekommen.

Außerdem kann er auch tröstlich wirken.

Der Ratgeber hält zu der Person, die er berät, auch in schlechten Zeiten.

Derjenige, der den gutgemeinten Rat erhält, sollte jedoch nicht beleidigt sein, wenn ihn das Gesagte schmerzt. So schmeckt wirksame Medizin bekanntlich nicht immer gut.

Des Weiteren soll der weise Rat die Voreiligkeit des Menschen zurückhalten und ihn davor bewahren, fatale falsche Entschlüsse zu treffen.

So zählt die Gabe des Rates auch zu den Gaben der Klugheit, weil sie mit angemessenen Mitteln dem Menschen den richtigen Weg weist.